Luftbild Dufourspitze
Dufourspitze (4634m) und Nordend, Lyskamm, Wallis, Schweiz Bildagentur-Bodenbender
Das Dach der Schweiz

Klassiker: Dufourspitze

Mit 4634 Metern ist die Dufourspitze der höchste Gipfel der Schweiz und nach dem Mont Blanc der zweithöchste Berg der Alpen. Als höchster Punkt des gewaltigen Monte-Rosa-Massivs thront sie über der vergletscherten Bergwelt oberhalb von Zermatt und stellt ein begehrtes Hochtourenziel dar. Vom Gipfel reicht der Blick über Matterhorn, Nordend und zahlreiche weitere Viertausender des Wallis.

Hochtour Dufourspitze, 4634 m

Gipfelanstieg 1760 Hm ab Monte-Rosa-Hütte, ca. 10 Std.

Zustieg zur Monte-Rosa-Hütte ca. 3 Std. mit Gornergrat-Bahn

Abstieg ab Monte-Rosa-Hütte zur Gornergratbahn ca. 3 Std.

Schwierigkeit: PD+/AD-

Kletterstellen bis II, Firn/Eis bis 40 °

Der Weg auf die Dufourspitze verlangt Ausdauer, alpine Erfahrung und eine gute Akklimatisation. Allein schon der Zustieg zur futuristischen Monte-Rosa-Hütte lässt einen voll eintauchen in die Faszination Westalpen mit beeindruckende Blicken auf den mächtigen Gornergletscher, das Matterhorn und die zahlreichen Viertausender rund um Zermatt. Der Zustieg zählt sicherlich zu den spektakulärsten Hüttenwegen der Alpen. Die heutige Monte-Rosa-Hütte mit 120 Plätzen wurde 2009 fertig gestellt. Die futuristisch anmutende Hütte mit ihrer speziellen Form und der silbernen Aluminiumhülle soll an einen Bergkristall erinnern. Dank einer Photovoltaikanlage sowie thermischen Solarkollektoren versorgt sie sich zu über neunzig Prozent selbst mit Energie.

Der Gipfeltag startet früh, bereits gegen zwei Uhr wird auf der Monte-Rosa-Hütte gefrühstückt. Der lange Zustieg ab der Hütte zum Westgrat erfordert eine gute Kondition. Dort wechseln sich anschließend Firnpassagen mit leichter, aber ausgesetzter Kletterei ab, während die dünne Luft oberhalb von 4500 Metern jeden Schritt spürbar macht. Technisch bewegt sich die Route meist im ersten und zweiten, ganz kurz einmal im unteren dritten UIAA-Grad und das Eis wird nicht steiler als 40 Grad, doch die Länge der Tour und die hochalpine Umgebung verleihen dieser Unternehmung ihre Ernsthaftigkeit. Wer einen stabilen Wettertag und gute Verhältnisse erwischt, wird mit einer Hochtour belohnt, die alles bietet, was das Hochtourist*innen-Herz begehrt: endlose Gletscher, genussvolle Gratkletterei und ein unvergessliches Panorama. Die Erstbesteigung fand am 1. August 1855 durch eine von Charles Hudson geleitete Seilschaft mit vier weiteren Engländern statt. Zwei Bergführer aus Zermatt und ein weiterer Bergführer aus Lauterbrunnen führten die britische Seilschaft an.

Dufourspitze – Stück für Stück

Aufstieg von Zermatt/Gornergratbahn zur Monte-Rosa-Hütte

6 Std., 1700 Hm ↗, 430 Hm ↘, 16 km (3 Std., 500 Hm ↗, 430 Hm ↘, 7 km mit Bahn)

Vom Bahnhof in Zermatt (1605 m) folgt man der Beschilderung Richtung Rotenboden. Wer den langen Zustieg abkürzen möchte, kann mit der Gornergratbahn bis Rotenboden (2815 m) fahren. Von dort führt ein gut angelegter Bergweg durch die aussichtsreiche Südflanke des Gornergrats. Auf etwa 2700 Metern Höhe zweigt dann der Weg zum Monte-Rosa-Gletscher ab. Markierungsstangen weisen über das meist ausgeaperte Eis und erleichtern die Orientierung. Nach der Gletscherquerung führt der Weg über Blockgelände weiter bergan. Die futuristisch anmutende Monte-Rosa-Hütte (2883 m) rückt dabei Schritt für Schritt näher.

Monte-Rosa-Hütte – Dufourspitze

6 Std., 1760 Hm ↗, 20 Hm ↘, 5 km

Von der Hütte geht es im Licht der Stirnlampen (Start ab ca. 2 Uhr) zunächst nach Osten über Schuttgelände; anschließend folgt man Steinmännern sowie Markierungen zur Seitenmoräne des Grenzgletschers. Über die Untere Plattje gelangt man an einen steilen Felshang, der hinauf zur Oberen Plattje leitet. Tipp: Besonders im Dunkeln ist die Wegführung nicht immer eindeutig, weshalb es sich lohnt, den ersten Abschnitt bereits am Vortag auszukundschaften. Oberhalb der Oberen Plattje führt ein Firnhang süd-südöstlich auf den Monte-Rosa-Gletscher. Es ist ein durchaus spaltiger Gletscher, anseilen ist hier Pflicht! Anschließend folgt ein langer Anstieg durch die weitläufige Gletscherlandschaft, vorbei an mächtigen Eisbrüchen unterhalb der so genannten Scholle. Schließlich erreicht man die Satteltole, von der erstmals der Westgrat (Normalweg) der Dufourspitze sichtbar wird. Über einen zunächst etwa 40 Grad steilen Firngrat gelangt man zum Felsteil. In leichter, aber ausgesetzter Kletterei im I. und II., stellenweise auch im unteren III. UIAA-Grad, wechseln sich Fels- und Firnpassagen ab. Nach einem kurzen Kamin unterhalb eines markanten Turms wird schließlich das letzte Stück des Gipfelgrates erreicht, der direkt zum höchsten Punkt der Schweiz, der Dufourspitze (4634 m), führt. Die Kombination aus weitem Gletscheranstieg, luftiger Gratkletterei und dem grandiosen Panorama macht die Tour zu einem der eindrucksvollsten Normalwege der Alpen.

Dufourspitze – Monte-Rosa-Hütte

6 Std., 1760 Hm ↘, 20 Hm ↗, 6 km

Für den Abstieg bieten sich zwei Möglichkeiten: Bei unsicheren Verhältnissen führt die sicherste Variante über den Aufstiegsweg (Westgrat) zurück. An schönen Sommertagen ist auf dem Grat jedoch mit Gegenverkehr zu rechnen. Alternative: Zum Silbersattel (4516 m) abseilen, eventuell sogar noch den Gipfel des Nordend (4608 m) mitnehmen, und schließlich über den Monte-Rosa- Gletscher absteigen.

Monte-Rosa-Hütte – Zermatt

5 Std., 1700 Hm ↘, 430 Hm ↗, 16 km (mit Bahnunterstützung: 3 Std., 7 km )

Der Abstieg von der Monte-Rosa-Hütte zum Talort Zermatt erfolgt auf dem Aufstiegsweg, wahlweise verkürzt durch die Gornergratbahn.

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